Wir haben von Natur aus destruktive oder konstruktive Emotionen. Menschen sollten ihrem Innersten mehr Aufmerksamkeit schenken – vom Kindergarten bis zur Universität – nicht nur, um Wissen zu generieren, sondern um glücklichere Menschen zu werden – glücklichere Familien, eine glücklichere Gesellschaft und schließlich eine glücklichere Menschheit.

~ Dalai Lama

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Geschichte von CEB

CEB wurde im Jahr 2000 während der achten Mind & Life Konferenz in Dharamsala initiiert. An dieser Konferenz, zu der der Dalai Lama eingeladen hatte, nahmen unter anderem Richard Davidson, Paul Ekman, Matthieu Ricard, Francisco J. Varela und B. Allan Wallace teil.

Während der Konferenz diskutierten die Teilnehmer über die Natur und das zerstörerische Potenzial „negativer“ Emotionen. Wieso sind wir nicht in der Lage, destruktives Verhalten zu unterlassen oder zu ändern, obwohl wir um die negativen Konsequenzen dieses Verhaltens wissen? Emotionen wie Wut, Hass oder Neid haben im Laufe der Evolution vermutlich eine Schlüsselrolle für das Überleben des Menschen gespielt. Heutzutage allerdings, im Angesicht der Komplexität des modernen Lebens, stellen sie eine ernsthafte Gefahr für unser individuelles und kollektives Leben und Überleben dar.

Überall auf der Welt sind Menschen mit Destruktivität und Gewalt konfrontiert, sei es im Kleinen, in der Familie, am Arbeitsplatz oder auch mit Blick auf globale Probleme, auf Kriege, Ausbeutung von Menschen und natürlichen Ressourcen, auf Umweltzerstörungen, die mehr und mehr drohen, uns die Lebensgrundlage zu nehmen. Die buddhistische Philosophie und Praxis beschäftigen sich seit jeher ebenso intensiv mit dem Ursprung und der Überwindung von destruktiven Emotionen wie Philosophie, Psychologie und Neurophysiologie im Westen. Kann der jeweilige Blick auf die Erkenntnisse und Erfahrungen der anderen Seite zu neuen Lösungsansätzen führen? In welcher Weise kann die westliche Wissenschaft von der buddhistischen Weltsicht und meditativen Praxis profitieren und umgekehrt? Der Ablauf und die Ereignisse dieser Konferenz wurden in dem Buch Destructive Emotions von Daniel Goleman detailreich und lebendig dokumentiert.

Im Verlauf der Konferenz regte der Dalai Lama an, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um die reichhaltigen Ideen und Ansätze zum Umgang mit destruktiven Emotionen, die während der Konferenz diskutiert wurden, gesellschaftlich wirksam werden zu lassen.

Paul Ekman und Alan Wallace nahmen diese Herausforderung an, indem sie ein Programm zur Kultivierung emotionalen Gleichgewichts entwickelten und im Jahr 2002 die erste CEB Schulung organisierten. Dabei vermittelte Margaret Cullen die auf den konstruktiven Umgang mit Emotionen bezogenen Lehrstoff und Alan Wallace die damit in Verbindung stehenden kontemplativen Praktiken.

Schließlich wurde ein auf CEB basierendes Forschungsprojekt von Paul Ekman und Margaret Kemeny entworfen und von Margaret Kemeny als leitende Wissenschaftlerin durchgeführt. Die Probanden zeigten in dieser Studie zur Wirksamkeit von CEB eine signifikante Abnahme von Depressionen, Angstzuständen und Feindseligkeit. Außerdem berichteten Teilnehmer von einer deutlich spürbaren Zunahme ihrer Empathiefähigkeit und der Fähigkeit, subtile Arten von emotionalen Gesichtsausdrücken zu erkennen. Dieser Studie folgten einige weiter Untersuchungen.

Eine Liste der Publikationen zur Wirksamkeit von CEB sowie weiterführende Literatur finden hier.